Spuren hinterlassen 2.0

Spuren möchten wir alle auf der Welt hinterlassen. Aber unser CO2 Fußabdruck soll damit nicht gemeint sein – denn der ist einfach zu groß.

Doch wie setzt er sich zusammen, womit ist er messbar und vor allem: wie können wir den CO2 Fußabdruck als Klimaschützer möglichst kleinhalten?

Wie der Begriff erahnen lässt, spielt das Wort Kohlenstoffdioxid eine zentrale Rolle. Es kommt natürlicherweise in der Erdatmosphäre vor und entsteht als Nebenprodukt der Zellatmungen vieler Lebewesen. Dor vor allem der Mensch trägt maßgeblich dazu bei, wie viel CO2 in der Atmosphäre freigesetzt wird.

Wo setzen wir Menschen CO2 frei?
Markante Punkte sind Konsum, Ernährung und Transport.

Denken wir doch an einen classic Powderday.
Die nagelneuen Ski werden eingepackt. Die alten waren nicht mehr hip genug, aber eigentlich noch easy fahrbar. Looking pro, going slow? Entgegen dem Trend können Ski einige Jahre gefahren und gewachst werden. Mit der richtigen, regelmäßigen Pflege halten sie viele Pistentage aus! Informiert euch bei eurem Wintersportladen um die Ecke.

Also, Ski ins Auto. Wusstet ihr, dass laut einer Grundlagenstudie Wintersport 2018 86% der Deutschen das Auto für den Tagesausflug in die winterlichen Berge nutzen? Was bequem scheint, ist so oldschool! Mittlerweile gibt es immer mehr Zug- und Busangebote, die euch mit eurer Crew klimafreundlich in den Neuschnee bringen. Wenn schon im Van, dann nehmt doch eure Buddies auf der Rückbank mit. Gibt weniger Stau und Abgase, sprich mehr frische Luft und gute Laune.

Wow, 4 Stunden später knurrt der Magen. Ob Hüttengaudi oder Snack in der Gondel: auch hier könnt ihr der Umwelt Gutes tun. Denn eine Brotzeit kommt ohne tierische Produkte aus. Müsli im Glas, Hummusbrezn – das klingt fancy! Fragt doch einfach mal nach ner Alternative auf eurem Hausberg. Chili sin Carne oder Schlutzkrapfen, wie wärs?

Jetzt wissen wir also schonmal, wie unser Fußabdruck entstehen kann.
Packen wirs an!

Auf Plattformen wie climatefair, compensaid, klima.com und Klimarechner findet ihr jede Menge Möglichkeiten, euren Impact zu berechnen.
Fakten auf den Tisch! Die Fragerunde geht los. Wie wohnt, reist und speist ihr? Heizt ihr schon mit Ökostrom? Seit ihr Öffi-Fan? Gehen bei euch Flugreisen klar? Wie gestaltet sich euer Konsum? Shoppingqueen oder ebay Verwerter? Mit jeder Antwort wächst eurer Wert entsprechend. Aufgemerkt: Wie vielfältig sind die Fragen gestaltet? Weil ich keine öffentlichen Verkehrsmittel im Alltag nutze, schießt meine Bilanz nach oben. Dass ich aber ausschließlich Fahrrad fahre, checkt hier keiner.

Nun gut, der Wert haut uns erstmal um. 3.5 Erden nutzen wir hier aus? Heftig. Das muss verdaut und vor allem reflektiert werden.

Kompensieren leicht gemacht.
Die Schuld durch monetären Ausgleich von den Schultern nehmen lassen – besser als nichts?
Wichtig bei den genannten Plattformen ist die Transparenz. Wenn ich hier Geld ausgebe, um eventuell mein Gewissen reinzuwaschen, sollte ich mit folgende Fragen stellen: Gibt es gezielte, regionale, vielleicht sogar namentlich genannte Aktionen? Kann ich selbst mit anpacken? Wie klappt fundierte Aufforstung? Muss hier jemand anderes meine klima belastenden Ausflüge ausbaden? Ist die Kompensierung abgestimmt auf meinen Alltag?

Stichpunkt Emissionshandel
Wie argumentieren Unternehmen ihren CO2 Ausstoß? Fossile Kraftwerke kommen hier nicht ohne sogenannte Emissionszertifikate aus. Pro ausgestoßene Tonne CO2 wird gezahlt. Und zwar nicht wenig. Aktuell sind es 42€, Tendenz steigend. Das wirkt sich dann auf euren Strompreis aus. Ist der politische Rückenwind stark genug? Laut wird die Forderung nach einer höheren CO2 Bepreisung.
Es könnte schon fast als Akt des Klimaschutzes durchgehen, die Preise der Zertifikate zu erhöhen. So sind die Weichen für eine Energiewende gestellt und Solar- und Windenergie erhält die nötigen Möglichkeiten.

 

Lösungsansätze

Aufforstung

Das Ziel dieser Anpflanzungen ist der Wiederaufbau einer Bewaldung. Diese kann zuvor abgeholzt oder durch Brand vernichtet worden sein.
Wie viel bringts? Leider sind Schätzungen, welche Mengen von Kohlenstoff durch das Pflanzen von Bäumen gebunden werden können, ziemlich unklar und sprechen nicht gerade eine Sprache. Nicht jede Baumart wächst gleich schnell und die Entwicklung ist stark vom Klima abhängig. Und erst im hohen Alter wird CO2 gebunden. Dazu müssen sie eine ganze Weile bestehen bleiben.
Oft wird eine Aufforstung auch in Gebieten betrieben, in der eine ganz andere, eigene Gras- und Savannen Kultur herrscht. Hier wird rigoros eingegriffen, ungeachtet die Folgen der Einheimischen und der Fauna und Flora.
Versetzen wir unser Gewissen also einfach um ein paar Kontinente?
Ein besserer Ansatz wäre, jedes Gebiet einzeln bewerten zu können, mit realistischen Fristen und konkreter Beachtung der Umwelt vor Ort.

Sustainable aviation fuel

Gerade bei der Seite compensaid.com stolpern wir über diesen Begriff. Als nachhaltig erzeugter, alternativer Flugkraftstoff liegt seine Quelle im Pflanzlichen oder kann sogar aus Müll, Altöl und Holzabfällen hergestellt werden. Im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin produziert es 80 Prozent weniger CO2-Emissionen.
Doch betrachten wir den Flugverkehr als Ganzes. 1,43 Kilo Abfall hinterlässt der durchschnittliche Passagier pro Flug, hat die Branchenvereinigung IATA errechnet.
Das ist eine ordentliche Nebenwirkungen eines Kurzstreckenflugs. Da ist der Snack am Flughafen noch nicht miteingerechnet. Jedoch ist die Frage berechtigt: Werden hier nur Symptome gemildert, statt die Ursache anzugehen?
Unser CO2 Konto ist weit überzogen, vor allem beim Thema Transport.

Die gute Nachricht: Euer Besuch auf einer Kompensierungs Website bildet! Es werden allerhand Tipps zum plastikfreien Einkauf, ressourcenschonendem Wohnen und klimaneutralen Reisen gegeben.

Fazit: Überdenkt nach einem Fußabdruck Check doch direkt mal das Schuhwerk, sprich euren Alltag. Jeder noch so kleine Schritt lohnt sich. So schützt du, was du liebst.

Antonia Inkoferer
Antonia Inkoferer