POW Principles
Als die Klimaschutzorganisation der Outdoor-Community kann sich POW Germany bei einigen Themen klar positionieren.
Andere Fragen sind nicht so eindeutig und prinzipiell zu beantworten, dort muss unseres Erachtens von Fall zu Fall entschieden werden. Auch bei klaren Positionierungen kann es Umstände geben, die eine Ausnahmen rechtfertigen.
POW Germany fokussiert sich auf 4 der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs):

Gesundheit und Wohlergehen
Gesundes Leben für alle, Aufklärung über Gesundheitsvorsorge.
Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster
Ressourcen nachhaltig nutzen, nachhaltig produzieren und konsumieren.

Maßnahmen zum Klimaschutz
Klimawandel einschränken, Lebensbedingungen für alle erhalten.
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
In globaler Partnerschaft zusammenarbeiten, auf allen Ebenen zusammenarbeiten.
Wir sind für …
…Fortschritt statt Perfektion (SDG 12 & 17).
Genau wie wir, als Individuen, handeln die meisten Unternehmen nicht perfekt nachhaltig. Dennoch ist Nachhaltigkeit auch in Unternehmen inzwischen weit mehr als nur ein Schlagwort und wird zudem durch gesetzliche Verpflichtungen gefördert.
Wir kooperieren auch mit Unternehmen, die sich gerade auf den Weg zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit machen, nicht nur mit jenen, die für ihre Bemühungen schon berühmt sind. Für uns zählt die Bereitschaft, bisheriges in Frage zu stellen und sich zu verändern. Nach dem Leitsatz “Fortschritt statt Perfektion”, empfinden wir es als sinnvoller, Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Klimaschutz zu motivieren und zu begleiten. Sicher ist: mehr Fortschritt erreichen wir gemeinsam.
Als Menschen, die sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen, können wir von POW Germany Wissen in die Branche bringen, mit Rat und Tat zur Seite stehen und Expert*innen mit Unternehmen vernetzen, um beispielsweise eine Klimabilanz und eine Strategie für NetZero auf den Weg zu bringen. Zudem erheben wir mit und für den Outdoorsport die Stimme in Politik und Gesellschaft.
… die Ausübung von Outdoorsport, und einen freien Aufenthalt in der Natur für alle (SDG 3).
Denn Outdoorsport und Engagement für Klimaschutz sind kein Widerspruch. Erlebnisse in der Natur bringen nicht nur gesellschaftliche Vorteile mit sich (Gesundheit, Bewegung, Selbstwirksamkeit). Viele Menschen erlangen erst durch Erlebnisse in der Natur die Wertschätzung, die sie für mehr Klimaschutz aktiviert.
Als passionierte Outdoorsportler*innen erleben wir die Veränderungen durch den menschengemachten Klimawandel in der Natur – insbesondere in den Bergen – hautnah. Sie betreffen uns persönlich, da es um die Orte geht, die wir lieben. Dabei ist uns bewusst, dass die für uns sichtbaren Auswirkungen symbolisch für das immense Ausmaß der globalen Katastrophe stehen, die sich derzeit entwickelt. Die bei der Leidenschaft zum Outdoorsport entstehenden Emotionen sind ein starker Motor für Engagement.
Die positiven Einflüsse durch Aufenthalte in der Natur sind fast immer größer als die Schäden, die durch den verbundenen CO2 Ausstoß und das Eindringen des Menschen in den Naturraum entstehen.
Trotzdem sollten natürlich sinnvolle Schutzgebiete, die für gefährdete Arten überlebenswichtig sind, bei Sportarten wie dem Skitourengehen eingehalten werden.
… Urlaub in den Bergen. Auch im Winter. freien Aufenthalt in der Natur für alle (SDG 3).
Aber wir freuen uns, dass immer mehr Ski- und Outdoorsportgebiete sich darum bemühen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten klimafreundlicher zu werden. Und wir rufen unsere Community dazu auf, ihren individuellen Beitrag zu leisten und ihren Urlaub so klimafreundlich wie möglich zu gestalten.
Einfache Maßnahmen sind:
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Längere Aufenthalte, statt mehrere kurze Wochenendtrips
- Reparatur/Miete/gute Pflege von Ausrüstung
- kritische Wahl des Urlaubsort mit einer vorhergehenden Recherche der Klimaschutzmaßnahmen der Region
… nachhaltigen Konsum (SDG 12).
Egal ob Sportartikel, Luxusgut oder Alltagsgegenstand: die erste Frage vor dem Erwerb sollte sein: Brauche ich das wirklich? Habe ich nicht schon etwas Vergleichbares? Wenn nicht, ist das Produkt, das ich in Händen halte, die klimafreundlichste Art seinesgleichens? Und nicht zuletzt: Brauche ich die, durch Klimawandel-Beschleunigung teuer erkaufte, höhere Funktionalität?
In unserer Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Outdoorsport Industrie engagieren wir uns dafür, dass im gesamten Kreislauf eines Produktes der Klimaschutz eine maßgebliche Rolle einnimmt. Es gilt abzuwägen, wo höhere Herstellungskosten oder eine niedrigere Funktionalität (wie höheres Gewicht oder mehr Wasserdurchlässigkeit) in Kauf zu nehmen sind, und wo nicht.
Denn auch das beste Equipment nutzt nicht viel, wenn wir damit die Grundlage unseres Outdoorsports über die Maßen schädigen.
… Naturabenteuer vor der Haustür (SDG 3).
Umwelt und Natur sind wertvoll, eure Zeit ist es auch. Abenteuer vor der Haustür ermöglichen es, die direkte Umgebung zu erkunden und sich mit ihr näher zu verbinden. 60 – 80% der CO2-Emissionen bei einem Outdoor-Urlaub [1] entfallen in der Regel auf die Anreise, weil noch immer etwa 70% der Menschen mit dem PKW an- und abreisen. Dieser maßgebliche Faktor ist bei einem Abenteuer vor der Haustür entsprechend geringer. Wenn es keinen überzeugenden Grund gibt, weit zu reisen, warum nicht das nächste Abenteuer direkt vor deiner Haustür erleben?
… nachhaltige Mobilität (SDG 13).
Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Fahrrads sind eine einfache und effektive Maßnahme, um klimafreundlich unterwegs zu sein. Man spart dabei nicht nur CO2-Emissionen. Im Zug vermeidet man nervigen Stau und Parkplatzsuche, auf dem Rad erlebt man die Landschaft hautnah und aus eigener Körperkraft.
Der stetige Ausbau und bezahlbare Preise im öffentlichen Personenverkehr sind ein Ziel, dem wir mit POW Germany viel Engagement widmen. Aber auch der Ausbau der Infrastruktur für das Rad ist uns ein wichtiges Anliegen.
Flüge können unumgänglich sein, um große und lang gehegte Träume für ein Reiseziel verwirklichen zu können. Wir verurteilen das nicht. Wir ermutigen unsere Community lediglich dazu, die Entscheidung für einen Flug bewusst und mit Bedacht zu treffen. Wir sind für eine faire Regelung der Flugpreise, in denen die realen Kosten für das Klima mit eingepreist werden.
… den Betrieb von bestehenden Liftanlagen im deutschen Mittelgebirge (SDG 3 & 12).
60 – 80% der CO2-Emissionen bei einem Outdoor-Urlaub [1] entstehen bei der An- und Abreise, da noch immer ein Großteil der Menschen mit dem PKW unterwegs ist. Da ist es naheliegend, den Betrieb von Liftanlagen zu fördern, die für viele Deutsche eine kürzere Anreise ermöglichen.
Die Tage, an denen ein Skigebiet im Mittelgebirge mit ausreichend Naturschnee für den Betrieb versorgt wird, gehen stetig zurück [2]. Dennoch sind wir von POW Germany dafür, dass bestehende Skigebiete im deutschen Mittelgebirge, auch mit Hilfe von künstlicher Beschneiung, in Betrieb bleiben können. Gerade der konventionelle Wintersport ermöglicht vielen Menschen den wichtigen Zugang zu Natur und Bewegung, der nicht zuletzt auch dazu beiträgt, dass sich mehr Menschen für den Schutz der Umwelt einsetzen.
Bei der Entscheidung, ob der Aufwand für den Betrieb einer Liftanlage noch zu befürworten ist, gilt es allerdings, die jeweils lokalen Bedingungen zu beachten. Dazu gehört insbesondere die lokale Wasserversorgung, da künstliche Beschneiung nicht nur energieintensiv ist, sondern auch große Mengen potentiellen Trinkwassers erfordert. Ein nachhaltiges Konzept der jeweiligen Region ist hier maßgeblich.
Wir sind nicht grundsätzlich gegen …
… künstliche Beschneiung.
Wir sind uns dessen bewusst, dass Schneekanonen viel Wasser und Energie verbrauchen. Für ihren Betrieb mussten meist künstliche Speicherseen angelegt werden. Laut WWF [3] werden pro Hektar bei der künstlichen Beschneiung jährlich etwa eine Million Liter Wasser verbraucht. Das entspricht dem Bedarf einer Großstadt wie Hamburg.
Das Klima wird sich weiter erwärmen. Die meisten Skigebiete sind auf künstliche Beschneiung angewiesen und werden dies zukünftig in noch größerem Maße sein. Es muss noch mehr Schnee erzeugt werden, also wird der Wasser- und Energiebedarf weiter steigen. Auch wenn die durchschnittlichen Wintersport-Saisonen in Zukunft kürzer werden.
Laut Studien von Robert Steiger [4] vom Institut für Finanzwissenschaft der Universität Innsbruck liegt der zusätzliche Bedarf der Skigebiete in Österreich, abhängig vom zugrunde gelegten Klimaszenario, bis 2050 zwischen 62 bis 105 %.
Entscheidend ist also, dass Beschneiung energieeffizienter wird. Die genutzte Energie muss dafür aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. In Regionen ohne akuten Wassermangel kann der Wintersport dann insgesamt – auch mit künstlicher Beschneiung – nachhaltiger sein.
… die Modernisierung von Skigebieten.
Hier können wir keine pauschale Aussage treffen. Um zu bewerten, welche Maßnahmen sinnvoll sind, müssen die jeweils unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise die Verfügbarkeit von Wasser oder die Beeinflussung anliegender Naturschutzgebiete.
Eine Modernisierung in Skigebieten kann einen klimafreundlicheren Betrieb ermöglichen, wenn es sich beispielsweise um den Ausbau von Photovoltaikanlagen oder den Austausch bestehender Beschneiungsanlagen gegen energieeffizientere Modelle handelt.
Eine Modernisierung in Form des Neubaus von Parkplätzen und der damit verbundenen Flächenversiegelung oder der Erschließung von vorher ungenutzten Naturräumen würden wir nicht befürworten.
… den Ausbau von Outdoorsport-Gebieten.
Als passionierte Outdoorsportler*innen nutzen viele aus unserer Community die Infrastruktur, die in der Natur für den Sport errichtet wird. Dazu gehören nicht nur Skilifte, sondern auch beispielsweise Bikeparks.
Wir wissen, wie kompliziert es ist, beim Ausbau der entsprechenden Infrastruktur die Kosten für die Umwelt und den Nutzen für den Sport in einen angemessenen Ausgleich zu bringen. Daher können und wollen wir hier keine pauschale Aussage für oder gegen die Infrastrukturmaßnahmen machen.
Wir empfinden es als essentiell, im Einzelfall zu prüfen, welche Maßnahmen als gerechtfertigt eingestuft werden können und wo wir uns klar gegen einen Ausbau positionieren.
Eingriffe in Biotope, Waldflächen und Wasserschutzgebiete sind so gering wie möglich zu halten und können für POW Germany auch Grund sein, einem Ausbau entgegenzutreten.
… Fernreisen zur Ausübung von Outdoorsport.
Wir können und wollen persönliche Beweggründe, einen Outdoor-Urlaub in einer Region zu verbringen, die eine Fernreise nötig macht, nicht bewerten. Wir appellieren an das jeweilige Verantwortungsbewusstsein, entsprechende Entscheidungen bewusst und nach reiflicher Abwägung zu treffen.
Offenheit anderen Kulturen gegenüber entsteht durch Kontakt und Austausch. Dabei kann auch eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit von sozialer Klimagerechtigkeit weltweit erfolgen.
Wir sind gegen …
… privates Heliskiing und die private Nutzung von Schneemobilen für den Wintersport.
Mit Klimaschutz sind privates Heliskiing und die private Nutzung von Schneemobilen für den Wintersport nicht vereinbar. Es gibt viele weitere Gründe – insbesondere im Umweltschutz – gegen Heliskiing und Schneemobile.
Wir schließen beides aber im Rahmen von Wettbewerben auch im Alpenraum nicht aus. Diese Wettbewerbe spielen eine wichtige Rolle für die Ausübung des Profisports im Winter, der wiederum Teil der DNA von POW ist.
… Subventionen für den Neubau von Beschneiungsanlagen in Skigebieten ohne längere Zukunft.
Skigebiete in niedrigeren Lagen, wie im deutschen Mittelgebirge, sind vom Schneemangel durch den Klimawandel in besonderem Maße betroffen. Sie werden in den kommenden Jahren voraussichtlich nur noch wenige Wochen im Jahr einen durchgängigen Skibetrieb gewährleisten können. Wir sind nicht gegen den weiteren Betrieb bestehender Anlagen für künstliche Beschneiung und auch eine Modernisierung der Anlagen kann von POW Germany unter Umständen befürwortet werden. Grundsätzlich sollen Skigebiete, wie alle anderen für die Gesellschaft nutzbaren Sportstätten, auch mit Subventionen gefördert werden können.
Aber wir sind dagegen, dass Steuergelder durch Subventionen in Neubauten von Speicherbecken und in die Anschaffung neuer Beschneiungsanlagen investiert werden dürfen. Diese Mittelverwendung ist für die Gesellschaft nicht nachhaltig sinnvoll.
… den Neubau von Skigebieten, Liftanlagen und Speicherbecken in Regionen unter 2000 Metern.
Skigebiete in niedrigeren Lagen, wie im deutschen Mittelgebirge, sind vom Schneemangel durch den Klimawandel in besonderem Maße betroffen. Sie werden in den kommenden Jahren voraussichtlich nur noch wenige Wochen im Jahr einen durchgängigen Skibetrieb gewährleisten können.
Der Neubau von Liftanlagen, Speicherbecken, Beschneiungsanlagen und Parkplätzen ist für die Gesellschaft nicht nachhaltig sinnvoll.
… die Erweiterung von Skigebieten im Hochgebirge, insbesondere von Gletscherskigebieten.
Wir sind gegen den Bau neuer Pisten und der dafür notwendigen Infrastruktur im Hochgebirge und insbesondere auf Gletschern. Weil sie einfach nicht notwendig sind.
In den Alpen ist bereits eine umfangreiche Infrastruktur für den Wintersport vorhanden. Um Wintersport in den Alpen auch in höheren Lagen zu betreiben, brauchen wir keine Erweiterungen und ganz sicher keine neuen Gebiete oder Erschließungen.
Die Gletscher in den Alpen werden zum Ende des Jahrhunderts größtenteils verschwunden sein. Eine Nutzung für den Wintersport wird schon vorher vielerorts nicht mehr gewährleistet werden können. Umso weniger lassen sich die extrem aufwändigen und umweltschädlichen Baumaßnahmen rechtfertigen, die nach wie vor im Hochgebirge und in Gletscherskigebieten teilweise angestrebt werden.
FAQ
Was ist POW?
Protect Our Winters (POW) ist die internationale Klimaschutzorganisation der Outdoor-Community.
Wir vereinen die Outdoor-Community im Engagement für Klimaschutz und für eine lebenswerte Zukunft. Wir sind ein Netzwerk aus passionierten Outdoorsportler*innen, Kreativen, Wissenschaftler*innen und Unternehmen.
POW Germany e.V. ist die deutsche Vertretung, die 2017 gegründet wurde und als eingetragener, gemeinnütziger Verein organisiert ist.
Unsere Vision ist, dass Deutschland seinen Beitrag leistet, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und dass wir Vorreiter im Klimaschutz sind.
Unser Ziel ist es, die Umsetzung dieser Vision mit der Outdoor-Community zu fördern. Wir setzen uns für die ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energien, einen nachhaltigen Mobilitätswandel und einen systemischen Wandel in der Gesellschaft ein.
Unterstützung erhalten wir von unseren prominenten Botschafter*innen aus dem Profisport, der Athlete Alliance.
Was macht POW Germany?
Wir engagieren uns dort, wo wir uns auskennen, denn da können wir den größten Einfluss ausüben: In der Natur, an den Orten, die wir lieben und die uns alle miteinander verbinden können – ob als Individuen, als Marke oder als Athlet*innen.
Wir leisten unseren Beitrag in Politik, Bildung und Gesellschaft.
Wir beeinflussen Politik: Mit Aufklärungsarbeit, Kampagnen, Petitionen und in Gesprächen mit Politiker*innen beeinflussen wir politische Entscheidungsprozesse, um effektiven Klimaschutz voranzutreiben.
Wir empowern, durch Bildung: Durch Bildungsprogramme zum Thema Klima- und Umweltschutz, wie Workshops in Schulen oder bei Firmen befähigen wir Menschen und Unternehmen dazu, erste Schritte zu machen und wirkungsvolle Klimaschützer*innen zu werden.
Wir verbinden, mit der Community: Wir bauen vertrauensvolle und einflussreiche Partnerschaften mit der Outdoorsport-Gemeinschaft auf, denn zusammen können wir mehr erreichen. Wir stärken und vernetzen die Community selbst bei Events und gemeinsamen Aktivitäten.
Bei all dem werden wir durch unsere Alliances unterstützt. Das sind unsere professionellen und teils prominenten Botschafter*innen.
Woher kommt POW und wo gibt es POW überall?
Protect Our Winters (POW) wurde 2007 von Profi-Snowboarder Jeremy Jones in den USA gegründet. Heute gibt es POW in 15 Ländern weltweit.
In Europa allein sind es zehn Länder: Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, UK.
Zudem gibt es POW in den USA, Kanada, Japan, Neuseeland und Australien.
Die europäischen “Chapter”, wie wir einzelne Vertretungen nennen, sind unter der Dachorganisation “POW Europe” zusammengefasst.
Was macht POW Europe?
POW Europe ist als Dachverband für folgende Aufgabenbereiche verantwortlich:
- Stärkung der Zusammenarbeit und Moderation des Austausches zwischen den europäischen Chaptern (Vertretungen) zur Förderung einer wirkungsvollen Zusammenarbeit
- Kontakt und Austausch mit der Muttergesellschaft POW US
- Vertretung von POW bei internationalen Events und sonstigen Anliegen
- Gestaltung der EU Agenda mit Leitlinien und Zielen, im Austausch mit den europäischen Chaptern
- Gestaltung EU-weiter Kampagnen, die von den Chaptern geteilt werden können
- Fundraising mit internationalen Partnern und Verteilung der generierten Mittel auf die Chapters
Engagiert sich POW Germany nur für den Winter?
POW ist ein Akronym für “Protect Our WINTERS” und in unserem Logo ist eine Schneeflocke, weil die Organisation von Profisnowboarder Jeremy Jones gegründet wurde. Aber inzwischen geht es bei POW um weit mehr als um den Wintersport. Die Folgen des Klimawandels sind auch im Sommer – insbesondere in den Bergen – sichtbar und spürbar. Wir freuen uns, dass unsere engagierte Community gewachsen ist, und wir die Outdoor-Enthusiast*innen des ganzen Jahres vertreten können.
Wer arbeitet bei POW Germany?
Die meisten Mitarbeitenden bei POW Germany sind engagierte “Volunteers”, die den Vereinszielen ihre Zeit und ihre Fähigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Dazu gehören auch die zahlreichen Mitglieder unserer Alliances, die uns als prominente Botschafter*innen im Outdoorsport, mit ihren kreativen Fähigkeiten, oder mit ihrer wissenschaftlichen Expertise unterstützen.
Der Vereinsvorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden, der 2. Vorsitzenden und dem Kassenwart (alle ehrenamtlich). Zudem gibt es (Stand Juni 2025) eine 80% Stelle (General Coordinator), einen Minijob mit 8 Std./Woche (Marketing und Kommunikation) und eine Werkstudentin mit 10 Std./Woche (Community Management).
Wie finanziert sich POW Germany?
Die Mitgliedsbeiträge der Fördermitglieder allein reichen nicht aus, um POW Germany zu finanzieren. Neben den Mitteln aus öffentlichen Fördertöpfen, die wir beantragen, bekommen wir Anteile der Mittel, die POW Europe über internationale Partnerschaften einwirbt. Aber auch auf nationaler Ebene sind wir maßgeblich auf Partnerschaften mit Unternehmen – unsere Brand Alliance – angewiesen.
Für diese Partnerschaften bieten wir den Unternehmen verschiedene Formate an, die auf den jeweiligen Partner zugeschnitten werden können. Von einer Firmenmitgliedschaft über die Möglichkeit einer regelmäßigen Spende bis zu den verschiedene Leistungen umfassenden Brand Partnerships gibt es viele Möglichkeiten.
Bei Firmenmitgliedschaften und regelmäßigen Spenden sind Gegenleistungen rechtlich ausgeschlossen. Die gegenseitigen Leistungen bei Brand Partnerships werden in individuell vereinbarten Sponsoring Verträgen verabschiedet.
Wie sind die Standards von POW Germany bei der Auswahl von Sponsoren?
Unser Leitsatz ist “Fortschritt statt Perfektion”. Bezüglich der Partnerschaften mit Unternehmen bedeutet das, dass diese zum Zeitpunkt des Abschlusses einer Partnerschaft mit POW Germany nicht perfekt nachhaltig agieren müssen. Was für uns zählt, sind glaubhafte, konkret benannte und schriftlich festgehaltene Strategien in Richtung Nachhaltigkeit, wie beispielsweise eine Bilanzierung oder ein Plan für NetZero.
Mehr dazu findest du in den POW Principles.
Was ist die Brand Alliance?
Die Brand Alliance ist ein Netzwerk von engagierten Unternehmen, mit denen POW Germany zusammenarbeitet. Wir bieten Trainings und Workshops an, sowie die Teilnahme bei unserem jährlichen Summit, oder die Erstellung gemeinsamer Kampagnen und Events.
POW Germany bietet den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Bemühungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu vertiefen und glaubhaft zu kommunizieren. Wir begleiten sie auf diesem Weg, erheben mit und für sie die Stimme und stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Macht Outdoorsport die Natur kaputt?
Nein, wenn Outdoorsport umweltverträglich ausgeübt wird, ist der Schaden für die Natur gering. Entscheidend sind hierbei Aspekte wie ausreichendes Wissen der Menschen, die sich in der Natur bewegen, eine funktionierende, klima- und umweltfreundliche Infrastruktur, sowie klare Regeln, an die man sich halten kann.
Outdoor-Sportarten wie Wandern, Fahrradfahren, Klettern oder Skifahren erfreuen sich wachsender Beliebtheit und ziehen Millionen Menschen an. In Deutschland gehen bereits über 40 Millionen [5] Menschen allein zum Wandern in die Natur. Viele Sportler*innen sind sich dabei der ökologischen Herausforderungen ihrer Aktivitäten nicht bewusst oder scheuen den Aufwand, sich damit auseinanderzusetzen. Zu diesen zählen die Erosion von Böden, der ressourcen-intensive Kunstschnee, die Störung von Wildtieren unterwegs auf Tour, die CO2-Emissionen für Anreise und Ausrüstung und die Belastung sensibler Ökosysteme. All das kann unsere „Spielplätze“ in der Natur gefährden.
Doch Outdoorsport hat auch ein großes transformatives Potenzial. Erlebnisse in der Natur bringen nicht nur gesellschaftliche Vorteile mit sich (Gesundheit, Bewegung, Selbstwirksamkeit), viele Menschen schätzen erst durch ihre Outdoor-Erlebnisse die Natur so, dass sie sich mehr für ihren Schutz einsetzen. Deswegen sind wir bei POW Germany dafür, dass Menschen weiterhin Outdoorsport, auch Wintersport betreiben.
Zudem ist man in der Natur – insbesondere in den Bergen – noch deutlicher mit den Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung konfrontiert und kommt nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen. Vielen wird bewusst, dass es so nicht weitergehen kann.
Wir empfinden es als Teil unserer Verantwortung, Outdoorsport-Begeisterte genau dort abzuholen. POW Germany leistet Aufklärungsarbeit und sensibilisiert für naturverträglichen Outdoorsport, um die negativen Folgen für Umwelt und Klima einzudämmen.
Was bedeutet die “imperfect advocacy", von der bei POW häufig gesprochen wird?
Bei POW sprechen wir häufig von “Imperfect Advocacy” (dt. = “imperfekte Interessenvertretung”). Das bedeutet, dass wir uns für den Schutz der Orte, die wir lieben, einsetzen, und gleichzeitig anerkennen, dass wir mit unserem Lebensstil zu den Problemen beitragen, die wir versuchen zu lösen. Das macht unser Engagement nicht leicht, aber ehrlich.
Es liegt in unser aller Verantwortung, uns in unserem Alltag so klimafreundlich wie möglich zu verhalten. Dazu gehört es auch, gewohnte Prozesse auf individueller, beruflicher und wirtschaftlicher Ebene zu hinterfragen und anzupassen und unsere Stimme in politischen Abstimmungen zu nutzen.
Wir stehen dazu, als Individuen nicht perfekt klimafreundlich zu leben. Und um uns für Klimaschutz engagieren zu können, müssen wir das aber auch nicht. Wir stehen dafür auf, was uns wichtig ist, ohne uns von unrealistischen Ansprüchen und Erwartungen zurückhalten zu lassen. Denn wir brauchen jetzt ein breites Engagement, um Klimaschutz wirkungsvoll voranzubringen.
Gerade in diesen Zeiten ist es umso wichtiger, das Thema Klimaschutz auch in der Gesellschaft aus der Polarisierung (dafür oder dagegen) zu lösen, denn sonst kommt es zum Stillstand. Wir müssen den Dialog wieder öffnen.
Auch bei unseren Partnern aus der Outdoor-Industrie, zählt für uns insbesondere, dass sie sich glaubhaft auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz befinden. Jeder Schritt zählt.
Warum arbeitet POW Germany mit professionellen Athlet*innen zusammen?
Ein wichtiger Bestandteil von POW, in fast allen nationalen Vertretungen, ist die “Athlete Alliance”. Das sind Profisportler*innen, die für uns als Botschafter*innen agieren. Die Natur, in der sie sich bewegen, begeistert und motiviert sie, sich für ihren Schutz einzusetzen.
Mit ihrer großen Reichweite, Inspirationskraft und Vorbildfunktion können sie unsere Inhalte auf große Bühnen bringen. Unseren Athlet*innen bei POW Germany (z.B. Alexander Megos, Profikletterer) gelingt es, den Klimaschutz auch Menschen näherzubringen, die sonst verhalten reagieren.
Viele unserer Athlet*innen reisen beruflich viel, um an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Gleichzeitig sind sie eine sehr wichtige Stimme für mehr Klimaschutz. Im Sinne der “imperfect advocacy”, und weil wir an die Wirkungskraft des “Handabdrucks” glauben, sind wir davon überzeugt, dass eins das andere nicht ausschließt. Was für uns bei der Auswahl von Athlet*innen zählt, ist, dass sie sich engagieren, ihre Stimme authentisch erheben und damit positiv zum Wandel beitragen.
Was bedeutet der CO2-Handabdruck und warum legt POW darauf mehr Wert, als auf den CO2-Fußabdruck?
Es liegt in unser aller Verantwortung, uns in unserem Alltag so klimafreundlich wie möglich zu verhalten. Aber persönliches Engagement kann Klimaschutz in manchen Fällen effektiver vorantreiben als individueller Verzicht auf einzelne CO2-intensive Entscheidungen. Dabei ist der Handabdruck, bei dem der Impact von Engagement zählt, oft wesentlich effektiver, als der im Vergleich kleine individuelle Fußabdruck, der lediglich die Emissionen berechnet.
Wenn beispielsweise ein*e Athlet*in mit großer Reichweite Lobbyarbeit für Klimaschutz betreibt oder dazu aufzuruft, Parteien zu wählen, die sich für Klimaschutz einsetzen (= Handabdruck), dann ist der positive Effekt für das Klima damit potentiell wesentlich größer, als wenn auf einen Flug (z.B. zu einem Wettkampf) verzichtet wird (=Fußabdruck).
Ein Beispiel für die Wirksamkeit des Handabdrucks ist der offene Brief an die FIS (Fédération Internationale de Ski), der von POW mit initiiert wurde, und von zahlreichen professionellen Wintersportler*innen unterzeichnet wurde. Mit ihm wurde ein entscheidender Prozess der Veränderung bei der FIS angestoßen, durch den in der Zukunft nicht zuletzt auch viele CO2-Emissionen eingespart werden können.
Warum arbeitet POW Germany mit Unternehmen aus der Outdoor-Industrie zusammen?
Hinter dem Outdoorsport steht eine starke Industrie und damit auch eine starke Stimme.
POW geht bewusst in den Austausch und auch in die Zusammenarbeit mit der Industrie, um diese Stimme für den Klimaschutz nutzbar zu machen. Wir brauchen die Outdoor-Industrie, um Veränderungen voranzutreiben.
Die meisten Menschen, die beruflich in dem Bereich tätig sind, sind selbst passionierte Outdoorsportler*innen und wertschätzen die Natur entsprechend. Zudem ist der Schutz der Orte, an denen Outdoorsport praktiziert wird, nicht zuletzt auch für die Industrie überlebenswichtig. Ohne Natur kein Outdoorsport.
Wir sind überzeugt davon, dass es sinnvoller ist, gemeinsam und mit Hilfe von klarer Kommunikation und ehrlichem Austausch entscheidende Schritte in die richtige Richtung zu gehen, als eine Zusammenarbeit von vornherein auszuschließen und damit potentielle Fortschritte unmöglich zu machen. Daher schließen wir auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Tourismusdestinationen oder Skigebieten nicht kategorisch aus. Wir schauen aber genau hin. Und wir nehmen unsere Partner auch in die Pflicht.
Wir kooperieren auch mit Unternehmen, die sich gerade auf den Weg zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit machen, nicht nur mit jenen, die für ihre Bemühungen schon berühmt sind. Nach dem Leitsatz “Fortschritt statt Perfektion”, empfinden wir es als sinnvoller, Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Klimaschutz zu motivieren und zu begleiten. Sicher ist: mehr Fortschritt erreichen wir gemeinsam.
Als Menschen, die sich mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen, können wir von POW Germany Wissen in die Branche bringen, mit Rat und Tat zur Seite stehen und Expert*innen mit Unternehmen vernetzen. Wir erheben mit, und für den Outdoorsport die Stimme in Politik und Gesellschaft.
Gemeinsam wollen wir Sportler*innen, Tourismusorganisationen und Outdoorsport-Unternehmen dazu befähigen, ihre Aktivitäten im Einklang mit der Natur zu gestalten, damit die Orte, die wir lieben, auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.
Bekommt POW Germany von Skigebieten in Deutschland Geld für Kooperationen und gemeinsame Events?
Nein. Bisher gab es lediglich eine freiwillige, zweckgebundene Spende der Feldbergbahnen an POW Germany, die aber – wie gesetzlich vorgegeben – eine Gegenleistung ausschließt.
Welche Standards legt POW Germany an, was klimafreundliches Verhalten bedeutet?
Es ist uns sehr wichtig, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, denn wir sind überzeugt, dass uns das nicht weiterbringt, sondern uns als Gesellschaft spaltet. Viele Menschen haben (berechtigterweise) Träume und Wünsche, die ohne CO2 Emissionen nicht zu erreichen sind. Beispielsweise eine Fernreise. Anstatt sich dafür schlecht zu fühlen, die Reisepläne “zu verheimlichen” und damit das Thema zu tabuisieren, sind wir dafür, dass man offen und ehrlich damit umgeht, nicht zuletzt um an der teuren Reise auch mehr Freude zu haben, damit sie zu einem nachhaltigen Erlebnis werden kann.
Wir stellen uns als Klimaschutzverein entschieden gegen die Haltung, man könne eine individuelle Entscheidung für z.B. eine Fernreise nicht mit dem Engagement für Klimaschutz vereinbaren.
Gleichzeitig gilt für uns alle, dass wir Konsumentscheidungen reflektiert abwägen und klimaschädliche Gewohnheiten in Frage stellen können. Denn klimafreundliches Verhalten im Alltag kann auch unser Umfeld positiv inspirieren.
Wie geht POW Germany gegen Greenwashing in Partnerschaften vor?
Was für uns bei POW Germany zählt, wenn wir eine Zusammenarbeit erwägen, ist die Glaubwürdigkeit der gesetzten Ziele.
Bei Kontaktaufnahme mit Unternehmen achten wir beispielsweise darauf, ob in der Unternehmensstrategie bereits messbare Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien genannt werden, ob eine Abteilung für CSR (corporate social responsibility) bereits besteht, oder ob sie geplant ist, und ob es eine intern öffentliche Strategie zur Reduktion von Emissionen gibt. Die Reduktion von CO2-Emissionen durch ein Unternehmen hat für uns oberste Priorität. Unvermeidbare Emissionen, die nicht zeitnah gesenkt werden können, sollten durch ein CO2-Ausgleichsprogramm kompensiert werden.
Wir fragen nach der Priorisierung für Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei Zulieferern und Logistik und nach vorhandenen oder geplanten Ökobilanzierungen zur Folgenabschätzung und Sichtbarmachung von Verbesserungspotential.
Zudem freuen wir uns und unterstützen gerne dabei, dass ein Unternehmen seine Community und seine Mitarbeitenden (beispielsweise über Social Media) für den Klimawandel sensibilisiert, Verbesserungsideen von Mitarbeitenden fördert und dafür Anreize setzt.
Relevant ist für uns auch die öffentliche Stellungnahme zu den Bemühungen und Zielen eines Unternehmens zum Klima- und Umweltschutz, beispielsweise auf der Webseite. Dies kann dem Zweck dienen, das Verantwortungsbewusstsein im Unternehmen für die Belegbarkeit des Genannten zu fördern.
Wir können selbst keine Zertifizierung betreiben. Aber wir bringen Unternehmen bei Bedarf mit entsprechenden Institutionen in Verbindung, um sinnvolle und hochwertige Zertifizierungen zu veranlassen.
Insbesondere freuen wir uns, wenn ein Unternehmen seine Stimme und sein Gewicht innerhalb der Wirtschaft schon nutzt, um für wichtige politische Entscheidungen einzutreten. Wo dies nicht möglich ist, unterstützen wir mit POW Germany als unabhängiges Sprachrohr gerne.
Warum legt POW Germany Wert auf positive Kommunikation?
Wenngleich man manchmal hinsichtlich der Klimakatastrophe verzweifeln könnte, legen wir besonders großen Wert auf positive Kommunikation. Oder vielleicht auch genau deswegen.
Uns ist es sehr wichtig, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, denn wir sind überzeugt, dass uns das nicht weiterbringt, sondern uns als Gesellschaft spaltet. Daran halten wir fest, wenngleich wir selbst – wie viele andere, die sich engagieren – solchen Formen des “shamings” besonders stark ausgesetzt sind. Es braucht Mut, sich dennoch zu engagieren. Und oft liegt genau darin eine Motivation “jetzt erst recht” aktiv zu werden.
Anstatt nur zu kritisieren, was alles falsch läuft, möchten wir dazu motivieren, im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten etwas zu bewegen. Auch das hilft nicht zuletzt dabei, emotional besser mit schlechten Nachrichten umzugehen. Wir wandeln Frust oder Wut in Aktivität. Und darin liegt ein großes Wirkungspotential.
Dabei ist jeder Schritt vorwärts besser als keiner, denn niemand ist perfekt. Es geht darum, dass wir Veränderung dort vorantreiben, wo wir Einfluss nehmen können und wo unsere Leidenschaft uns produktiv und überzeugend macht. Denn auch systemischer Wandel beginnt dort, wo wir Emotionen ansprechen können. Forschende der University of Pennsylvania haben in Experimenten zu “Kipppunkten in sozialen Normen” wiederholt nachweisen können, dass es nur ca. 25 % der Versuchsteilnehmenden brauchte, um das Verhalten von Gruppen maßgeblich zu beeinflussen. Das macht Hoffnung.
Quellen
[6] Damon Centola et al., Science, 2018, https://www.google.com/url?q=https://www.science.org/doi/10.1126/science.aas8827&sa=D&source=docs&ust=1745406120567904&usg=AOvVaw2XPSVXYsBksrNGRY0W0bcP