POW Germany Summit 2026

Protect Our Winters Germany e. V. (POW Germany) hat sich im April 2026 zum offiziellen Summit im Schullandheim in Ambach am Starnberger See getroffen. Was sich verdächtig nach Klassenfahrt anhört, entpuppte sich als ein ausbalancierter Mix aus Spiel & Spaß auf der einen Seite und von Ernsthaftigkeit geprägten Workshops und Diskussionen auf der anderen Seite. Der Fokus lag auf – wie in den Vereinszielen geschrieben – der Thematik Klimakrise und deren nicht ganz unkomplizierten Beziehung zum Outdoor-Sport sowie der Outdoor-Community. 

Der diesjährige POW Germany Summit startete am frühen Freitagabend und endete am Sonntagnachmittag. Die Tage waren prall gefüllt mit spannenden, aber auch herausfordernden Aktivitäten. Bei alledem haben wir viel gelacht und sind bei bestem Wetter unseren sportlichen Aktivitäten nachgegangen – während wir uns wie kleine Kinder freuten, endlich mal Zeit auch am selben Ort zu verbringen! Denn viele von uns hatten sich vorher noch nie in Bild und Farbe gesehen: Wir treffen uns meist online, weil dies den Vorteil mit sich bringt, dass POW Germany offen und zugänglich für Volunteers aus ganz Deutschland ist. Dies macht die rar gesäten persönlichen Begegnungen umso wertvoller.

POWler sitzen am Tisch in Konferenzraum mit Powerpoint Präsentation im Hintergrund
Vier POW Mitglieder*innen sitzen am Ufer des Starnberger Sees bei Sonnenuntergang, im Hintergrund Holzhütte

© Paul Schoepplenberg

© Paul Schoepplenberg

Freitagabend – Begrüßung und Brand Alliance

Nach einer ersten Begrüßung und einstimmenden Worten seitens POW Germany erhielten wir von ALPINA, einem Mitglied der Brand Alliance, Einblicke in ihr Nachhaltigkeitsmanagement. Die Tiefe an Informationen, die sie zu teilen bereit waren, hat uns begeistert. Da das Unternehmen seit über zehn Jahren regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt und im Internet veröffentlicht, kannst auch du dich weiter darüber informieren.

Das “Herzstück” des Nachhaltigkeitsberichts, die Wesentlichkeitsanalyse, stieß bei vielen von uns auf großes Interesse. Die Analyse der Tätigkeiten und deren Auswirkungen auf Mensch/Umwelt und die finanziellen Risiken/Chance, z. B. anhand der Berechnung des Carbon Foodprints von Produkten, Lieferkette & Co., erscheint zunächst wahnsinnig komplex. Das Spannende dabei ist, dass dadurch Maßnahmen identifiziert werden können, die den größten, positiven Impact haben und dementsprechend als Priorität festgelegt und umgesetzt werden können.

Alpina Vertreter*in beim Vortrag, im Vordergrund POWler*innen, die gespannt zuhören

© Paul Schoepplenberg

Wir danken ALPINA für den Besuch, die Präsentation ihrer bisherigen Ergebnisse und die Offenheit, die sie uns und unseren vielen Fragen entgegengebracht haben. Wir konnten feststellen, dass das Thema Nachhaltigkeit in vielen Unternehmen bereits als fester Bestandteil integriert ist. Wie uns berichtet wurde, konnten Unternehmen, die sich hinsichtlich einzelner Aspekte zusammen schlossen, bereits klimafreundliche Forderungen gegenüber Lieferanten durchsetzen, wozu sie alleine vermutlich nicht in der Lage gewesen wären. Hier zeigt sich erneut, dass es sich auch für Unternehmen lohnen kann, mit Gleichgesinnten für ihre Werte einzustehen und darin wahnsinniges Potenzial liegt.

Auch wenn bei ALPINA noch nicht alles perfekt ist, ebnen sie den Weg für eine bessere Zukunft. Ihr Engagement zu honorieren, aber auch stets kritisch im Dialog zu hinterfragen – das sehen wir als unsere Aufgabe.

Samstagvormittag – Es startet mit Wissen

Nach verschiedenen Wachmachern zum Start des Tages – Eintauchen in das kalte Seewasser, Joggen, Yoga – und einem fantastischen Frühstück mit einer bunten Auswahl an Brezen und Semmeln, Gemüse und Aufstrichen, Müslis und Pflanzenmilch, Joghurtalternativen und Obstsalat, schlauten wir uns erst mal selbst ein bisschen auf. 

Zu Gast waren drei ehrenamtliche Moderator*innen der Organisation ClimateFresk zum Thema Klimawandel. Im Rahmen des Workshops puzzleten wir in vier Kleingruppen à 6 Personen Ursache-Wirkungs-Beziehungen nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft zusammen. Alle Puzzleteile enthielten Begriffe mit Bezug zur Klima- und Biodiversitätskrise. Wusstest du z. B., dass Tequila schon mal knapp war, weil die Fledermaus, die die dafür notwendigen Aloe Vera-Pflanzen bestäubt, bei verschwindendem Lebensraum fast ausgestorben war?

Team POW und Team ClimteFresk stehen zusammen

© Paul Schoepplenberg

Das Wissen, das Nicht-Wissen, hinterlässt einige von uns frustriert oder erschöpft zurück. Manche sind aber auch motiviert. Beide Seiten haben ihre Berechtigung und können Kräfte hervorbringen. 

Nach einer Pause loteten wir unseren Handlungs- und Wirkungsspielraum aus: Wir überlegten uns Ideen und Umsetzungsoptionen für POW sowie was es dafür bedarf. Wir versuchten auch die erwarteten bzw. gewünschten Wirkungen zu formulieren – erst für uns, dann in Kleingruppen – und stellten sie im Plenum vor. 

Nichtstun ist keine Option für uns. Wir bleiben dran.

drei Personen diskutieren Ideen am Tisch

© Paul Schoepplenberg

Samstagnachmittag – Inputs aus der POW Community

Am Nachmittag wurde es nicht weniger spannend, mit Blick auf den glitzernden Starnberger See gab es im lichtdurchfluteten Schullandheim weiteren Input aus unserer POW Community. 

Elias Elhardt, Snowboard-Profi, Teil unserer Athlete Alliance und Filmproduzent, zeigte in einem emotionalen Vortrag seinen ganz persönlichen Weg in den Snowboardsport bis hin zum Aktivismus. Ein Weg, den er bezeichnend “struggle for integrity” nennt, der nicht immer einfach war, da es oft Gegenwind und Unverständnis gab. Ehrlichkeit, gegenüber anderen aber auch sich selbst, gibt ihm auf diesem Weg viel Kraft. Auch für unsere Arbeit bei POW gab er uns mit, weiterhin Haltung zu zeigen, aber nicht zu moralisieren.

Athlet Elias steht vor der Gruppe und hält seinen Vortrag

© Paul Schoepplenberg

Einen tieferen Einblick in POW Germany’s und POW Europe’s politische Arbeit bekamen wir dann nochmal von POW EU Executive Director Jonas Schneider. Er verdeutlichte uns unter anderem die Relevanz der Brand Alliance, welche als großer und wichtiger Hebel in der Politik gesehen werden kann. Durch den Umzug des POW Europe Headquarters von Innsbruck nach Brüssel diesen Jahres bekommt POW die Möglichkeit, enger an politischen Entscheidungen mitzuarbeiten, so beispielsweise an der aktuellen Tourism Strategy oder dem VAT Package.

Als letzten offiziellen Programmpunkt des Abends, bevor wir noch einmal in unseren Arbeitsgruppen die Zeit nutzten, uns einmal persönlich über die nächsten Monate auszutauschen, veranstaltete Max Hänisch, Teil von POWs Creative Alliance, einen Workshop im Format eines World Café. In immer wieder wechselnden Kleingruppen kamen wir gemeinsam ins (selbst-)reflektieren über die Outdoor Community, POWs Impact und unsere eigenen Werte. Die Diskussionen führten zu dem gemeinsamen Fazit, dass POW Deutschland ein inklusiveres Umfeld schaffen möchte, in dem gegenseitige Unterstützung, Wertschätzung, Offenheit und mutiges Handeln gelebt werden.

Nach so viel Input ließen wir dann den Abend gemeinsam am See mit guter Musik und guten Gesprächen ausklingen.

Elias und Mats reden und lachen zusammen
Gruppe sitzt und steht am See

© Luca Hummel

© Luca Hummel

Sonntag – Was uns verbindet und was vor uns liegt

Der letzte Tag des Summits stand ganz im Sinne der Gemeinschaft und dem, was uns hier eigentlich verbindet. Nach einem schnellen Frühstück hatten auch Fördermitglieder die Möglichkeit unserer bunten Truppe aus Volunteers und POW Staff beizuwohnen. General Manager Mats Mosel und einige Volunteers gaben einen Ausblick darüber, was 2026 noch kommt, von weiteren Bildungsworkshops bis hin zu politischer Arbeit (Stay tuned!).

Danach wurde es besonders schön: Gemeinsam konnten wir, bei immer noch strahlendem Sonnenschein, Sport in der Natur machen. Während die Fahrradgruppe den See mit  Renn- und Gravelbike erkundete, führte Wendall Lorenzen, Trailrunner aus unserer Athlete Alliance, einige von uns in ein Waldstück hinter dem Schullandheim, um ein paar Höhenmeter zu sammeln. Eine weitere Gruppe machte sich wandernd auf den Weg, um das Bayerische Oberland zu entdecken.

4 Radfahrende auf der Straße in waldigem Gelände
Gruppe Radfahrende auf der Straße im Hintergrund Bergkulisse

© Luca Hummel

© Luca Hummel

So ging ein Wochenende zu Ende, das einmal mehr gezeigt hat, was POW ausmacht: Gemeinschaft, Bewegung und der gemeinsame Antrieb, etwas zu verändern. Zwischen inspirierenden Gesprächen, neuen Perspektiven und aktiven Momenten in der Natur wurde deutlich, wie viel Kraft darin steckt, wenn wir zusammenkommen. 

Sei das nächste Mal auch dabei und:

Titelbild: © Paul Schoepplenberg

POW Germany

Protect Our Winters (POW) ist eine internationale Klimaschutzorganisation, die von der Outdoor- und Wintersport-Community ins Leben gerufen wurde. Sie engagiert sich für den Schutz der Natur vor den Auswirkungen des Klimawandels, indem sie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu nachhaltigem Handeln bewegt.