Nordischer Wintertraum: Zwischen Sauna, Skitour und „unperfekt“ nachhaltigem Reisen
Mats nimmt dich mit auf seinen Skitouren Trip nach Norwegen, eine echte Alternative für einen entschleunigten und klimabewussten Wintersporttrip.
Während die Alpen im letzten Winter vielerorts mit Schneemangel zu kämpfen hatten, zeigte sich der Norden von seiner besseren Seite (zumindest noch im Februar): stabile Kälte, trockener Pulverschnee und kurze, klare Tage mit magischem Licht. Für uns war schnell klar: Wenn Winter, dann richtig. Also ging es nach Norwegen – auf eine Reise, die nicht nur sportlich, sondern auch erstaunlich entspannt und obendrein auch klimabewusst war.
Vorbereitung: Nord statt Süd
Gerade für Menschen aus Norddeutschland ist Skandinavien eine oft unterschätzte Alternative zu den Alpen. Die Anreise lässt sich angenehm und vergleichsweise emissionsreduziert gestalten. In unserem Fall ging es mit dem Zug nach Kopenhagen, mit der Fähre Richtung Oslo und dann weiter mit einem Langstrecken-Bus. Statt Stress auf der Autobahn: entschleunigtes Reisen, Zeit zum Ankommen und die perfekte Einstimmung auf das, was kommt. So ehrlich muss man sein, definitiv nicht „perfekt nachhaltig“ aber jedenfalls viel dafür getan, im Rahmen unserer Möglichkeiten so klimabewusst wie möglich unterwegs zu sein.
© Mats Mosel
Unser Plan: eine Kombination aus Skitouren, Sauna und möglichst nachhaltiger Mobilität. Und die Bedingungen? Besser als erwartet. Der Januar und Februar 2026 lieferten in Norwegen genau das, was wir suchten.
Tag 1: Ankommen auf dem Wasser
Los ging’s in Schleswig mit dem Euro City Express nach Kopenhagen – mit einem ausgedehntem Frühstück im Abteil. Transfer in der dänischen Hauptstadt mit Kaffee und Zimtschnecke auf die Fähre. Diese wurde schnell zum Mikrokosmos: Gespräche, Begegnungen und Live-Musik.
Draußen auf dem Oslo Fjord tauchten immer mehr Eisschollen auf. Auf Deck: Kaffee aus der AeroPress, kalte Luft und dieser Moment, wenn sich der Sonnenaufgang langsam im Fjord ausbreitet.
© Mats Mosel
Tag 2: Oslo und der erste Sauna Gang
Die Ankunft in Oslo am Vormittag verlief entspannt und unkompliziert. Kurze Wege, gute Anbindung – und direkt rein ins erste Highlight: eine schwimmende Sauna am Hafen.
Der Kontrast hätte kaum größer sein können: kalte Luft, klares Wasser, heiße Holzsauna. Danach ging es weiter mit dem Bus Richtung Valdres. Die Landschaft wurde zunehmend winterlicher, die Temperaturen knackiger.
Abends: Pizza, Sauna, Vorfreude.
Tag 3: Skitour #1 – Sonne, Schnee und Gemeinschaft
Die erste Skitour ließ nicht lange auf sich warten. Gemeinsam ging es bei strahlendem Wetter in die Berge. Die letzte Meile zum Ausgangspunkt der Tour mussten wir mit dem Auto fahren. So lange es aber bis auf den letzten Platz gefüllt ist, sieht der individuelle Fußabdruck schon viel besser aus. Der Aufstieg war sonnig, aber auch windig. Die Weite der norwegischen Berge erstaunlich – man könnte ewig weiterlaufen. Die Abfahrt war kurz und knackig. Zurück in der Nähe unserer Unterkunft gab es noch eine weitere Abfahrt, welche uns durch die offenen Wiesenlandschaften zwischen Höfen und zurück zur Unterkunft führte. Dank des vielen Schnees auch gleich in unserem Backyard. Ein perfekter Sundowner-Moment. Danach: Sauna. Natürlich.
Tag 4: Zwischen futuristischen Hütten und langen Wegen
Der Tag begann mit einem Besuch bei Knut (Local Legend und Sauna Kenner) und führte direkt weiter zur nächsten Skitour. Highlight: eine futuristische Sauna, erreichbar per Forstweg – und ein Aufstieg, der sich mehr als gelohnt hat.
Die Umgebung erinnerte stellenweise an japanische Wälder, nur eben in Norwegen. Still, verschneit, fast surreal. Nach einer langen Abfahrt und ausgiebigem Saunagang ging es weiter Richtung Westen – eine ausgedehnte Fahrt nach Valldal bei Ålesund.
© Mats Mosel
Tag 5: Durchatmen und Planen
Ein ruhigerer Tag bei Max und seiner Familie (einer Reisebekanntschaft): Sauna, etwas Arbeit, eine Runde Badminton und vor allem Planung für die nächsten Touren. Diese Mischung aus Aktivität und bewusster Pause macht den Rhythmus der Reise aus und fühlt sich richtig entschleunigend an.
Tag 6: Skitour #3 – Fjordblick und Pulverschnee
Liabygda lieferte alles, was man sich wünschen konnte: Sonne, top Schnee und spektakuläre Ausblicke auf Fjord und Berge. Zwei Aufstiege, zwei Abfahrten – und dazwischen Begegnungen mit Locals, die diesen Ort noch besonderer machen.
Eine Tasse Kaffee mit Musik, gemeinsames Brotbacken und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.
Am Abend dann der Nachtbus zurück nach Oslo – nicht der beste Schlaf, aber Teil des Abenteuers. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
© Mats Mosel
Tag 7: Begegnungen und Abschied
Zurück in Oslo begann der Tag im Papegøye Café mit einem Treffen mit Charlott und Gustav von unseren Freunden von POW Norway – inspirierende Gespräche, neue Perspektiven und die erneute Bestätigung, dass wir mittlerweile viele engagierte Menschen in Europa sind, die Berg- und Wintersport mit Klimaschutz zusammendenken und ihre Überzeugungen teilen.
Ein letzter Sauna-Stop am Mittag, bevor es am Nachmittag wieder auf die Fähre Richtung Kopenhagen ging.
© Mats Mosel
Fazit: Der Norden als echte Alternative
Diese Reise hat gezeigt, wie vielseitig und gleichzeitig entschleunigt Wintersport sein kann. Norwegen bietet nicht nur verlässliche Schneebedingungen, sondern auch eine Infrastruktur, die nachhaltiges Reisen erleichtert: gute Bahn- und Busverbindungen, Fähren als Alternative zum Flug und eine Kultur, die weniger entfremdet von der Natur ist.
Für uns steht fest: Der nordische Winter ist mehr als nur eine Alternative – er ist ein Erlebnis, das bleibt. Sicherlich keine emissionsfreie Wintersport-Reise, aber möglichst klimabewusst gehandelt eben. Eher eine „unperfekt-nachhaltige Reise“.
Titelbild: © Mats Mosel
Mats ist passionierter Outdoor-Sportler und zählt sich zu den Allroundern, völlig egal ob es Surf, Ski, Snb, Kajak, Trail Running oder Tauchen ist, Hauptsache viel Draußen sein! Die Verbindung zur Natur zu erleben, ist es was er immer wieder sucht.
Mats will dabei seinen Alltag mit einem möglichst kleinen sozial-ökologischen Fußabdruck gestalten. Bei POW setzt er seine Leidenschaft dafür ein, die Wunder der Natur zu erhalten und zu schützen.