Italien-Kurzurlaub: Mit dem Nachtzug oder Bus ins Dolce Vita
Einsteigen in München, aufwachen in Italien? Ob mit dem Nachtzug-Komfort oder dem Bikepacking-Abenteuer im Gepäck vom Flixbus – wir zeigen dir, wie du klimafreundlich direkt nach Rom kommst.
Klar, von München aus ist man in wenigen Stunden am Gardasee. Aber warum nicht einmal weiterfahren, über Norditalien hinaus, direkt ins Dolce Vita? Der nächste Städtetrip nach Rom braucht kein Auto und definitiv keinen Kurzstreckenflug. Wir haben für euch getestet, wie entspannt die klimafreundliche Anreise in den Süden sein kann.
Warum mit den Öffis anreisen?
Zunächst das Wichtigste für uns als Outdoor-Community: Rund 70 % der Emissionen beim Reisen entstehen durch die Anreise. So bitter es ist, der klassische Roadtrip über die Alpen schadet oft genau der Natur, die wir lieben. Die gute Nachricht: Die Anreise nach Rom ist mit der Bahn oder dem Bus erstaunlich einfach und passiert im besten Fall sogar im Schlaf.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Emissionen sparen: Den ökologischen Fußabdruck reduzieren
- Geldbeutel schonen: Du sparst dir die Kosten für die Unterkunft während der Nachtfahrt und einiges hinsichtlich der aktuellen Spritpreise (vor allem, wenn du alleine unterwegs ist)
- Stressfrei ankommen: Keine Parkplatzsuche und kein Navichaos im römischen Stadtverkehr
- Quality Time: Zeit für ein gutes Buch, Gespräche mit Freund*innen oder eine Mütze voll Schlaf
- Flexibilität: In Italien sind Regionalzüge (Treno Regionale) super unkompliziert für die Fahrradmitnahme und eine tolle Ergänzung zur Fernanreise
Option 1: Der Nightjet – Komfort auf Schienen
Wer es komfortabel mag, wählt den Nachtzug. Die ÖBB zeigt hier, wie modern nachhaltiges Reisen sein kann. Je nach Bedürfnis gibt es verschiedene Optionen: Vom geteilten 4er-Abteil (Tipp: oben ist es dunkler, unten sieht man mehr aus dem Fenster!) bis hin zur eigenen kleinen „Kajüte“. Die sind auch für Menschen bis etwa 1,90m okay. Wenn ihr zu zweit reist und nebeneinander bucht, könnt ihr vorne eine Luke aufmachen und euch unterhalten. Bei der Ausstattung der Räume ist an alles gedacht: Stauraum für Schuhe und Rucksack, verschließbar per Schlüsselkarte, Handy-Lademöglichkeit, Belüftungs- und Lichtkonzept. Decke, Laken und frisch bezogenes Kopfkissen. Falls du einen großen Koffer dabei hast, musst du ihn eventuell in einem anderen Waggon lagern.
© Antonia Inkoferer
© Antonia Inkoferer
Hungrig musst du auch nicht zwingend ankommen, auch wenn so ein Espresso und ein Cornetto direkt in der Altstadt locken, denn Frühstück ist inklusive.
Die Preise variieren nach Reisezeitraum und Buchungszeitpunkt, vorausschauend gebucht beginnen die Preise pro Person und Nacht bei etwa 60€. Die ÖBB zeigt, wie einfach es sein kann, einen nachhaltigen und gleichzeitig unvergesslichen Kurzurlaub zu erleben, ohne Kompromisse beim Komfort oder den Kosten.
Option 2: Das Bikepacking-Abenteuer mit dem Nachtbus
Du willst dein Rad mitnehmen und maximale Flexibilität? Elena hat im März die Variante Nachtbus getestet. Für rund 50€ inklusive Fahrradmitnahme ist dies oft die praktikabelste Lösung und ganz spontan buchbar.
© Elena Anzinger
© Elena Anzinger
Insider-Tipps für die Busreise:
- 1. Fahrrad-Check: Auch wenn bei der Buchung ein Radplatz reserviert wurde, kann es vor Ort kurz stressig werden. Bleib entspannt! Oft lassen sich die Räder sicher im Gepäckraum verstauen, wenn kein Heckträger vorhanden ist.
- 2. Platz-Hacking: Check kurz vor Abfahrt in der App, welche Plätze noch frei sind. Mit etwas Glück kannst du dir eine freie Zweierreihe schnappen und dich zum Schlafen richtig ausstrecken.
- 3. Ankunft in Rom: Sei vorbereitet – Google Maps führt Radfahrer*innen in Rom gerne mal auf Hauptverkehrsstraßen. Nutze den Regionalzug ab dem Busbahnhof, um direkt in die grünen Hügellandschaften des Apennins zu entfliehen, wo dich Komoot gerne mal auf Abenteuer schickt.
© Elena Anzinger
Dolce Vita und Wetterkapriolen
Pizza, Pasta und Gelato als Carbloading, da kann man sich nicht beschweren. Und das Beste: Man kann beim Radeln Müsliriegel mit italienischem Gebäck ersetzen! Besonders im Frühjahr (März) ist Italien ein Geheimtipp: Die Temperaturen sind mild, die Straßen leer.
Sollte dich doch mal eine Kaltfront überraschen, ist das italienische Schienennetz zuverlässig. Die Regionalzüge verfügen meist über großzügige Fahrradabteile, in denen du dich aufwärmen kannst, während du zur nächsten Etappe fährst (z.B. von Perugia nach Florenz).
© Elena Anzinger
© Elena Anzinger
Fazit: Der Weg ist das Ziel
Egal ob du im bequemen Nightjet-Bett oder mit dem Rad im Gepäckraum des Busses anreist – das Gefühl, morgens in einer anderen Stadt aufzuwachen, ist einfach schön. Die ÖBB und Fernbusanbieter wie FlixBus beweisen, dass nachhaltiger Urlaub keine Kompromisse bei Komfort oder Kosten bedeuten muss.
Lust auf noch mehr klimafreundliche Kurztrip-Inspirationen? Dann schaut auch in unseren Guide für einen Öffi-Wander-Kurzurlaub in Innsbruck.
Titelbild: © Elena Anzinger
Protect Our Winters (POW) ist eine internationale Klimaschutzorganisation, die von der Outdoor- und Wintersport-Community ins Leben gerufen wurde. Sie engagiert sich für den Schutz der Natur vor den Auswirkungen des Klimawandels, indem sie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu nachhaltigem Handeln bewegt.