HOW 2 POW – Ernähre dich (klima-)gesund

 Was unsere Gipfelbrotzeit mit dem Klima zu tun hat? Mehr als ihr denkt!

Es gibt viele Möglichkeiten sich für den Klima- und Umweltschutz einzusetzen, unsere CO2-Emissionen zu reduzieren und unsere Winter zu schützen. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad anstatt dem Auto, bewusster Konsum und Vermeidung von Verpackungsmüll oder die Nutzung von erneuerbaren Energien sind nur ein paar davon. Dabei gerät oftmals in Vergessenheit, welchen Einfluss unsere täglichen Mahlzeiten eigentlich auf das Klima haben  – ein Hebel den jeder von uns in der Hand hält!

Jeder Bissen zählt
Allein in Deutschland ist die Ernährung für ein Fünftel aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit auch für den Klimawandel und schmelzende Gletscher. Gleichzeitig liegt in unserer Ernährungsweise und dem damit zusammenhängenden System aber auch eine große Chance dem Klimawandel effektiv entgegenzutreten, denn durch Änderung dieser könnte allein jeder Deutsche jährlich Treibhausgasemissionen in Höhe von 800kg CO2-Äquivalenten vermeiden. Schon eine schrittweise Ernährungsumstellung kann Großes bewirken: Würden wir einmal in der Woche auf den Konsum von Fleisch verzichten, würden wir laut einer Studie des WWF nicht nur 600.000 Hektar Anbaufläche anderweitig nutzen können, sondern auch rund 9 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen – eine Dimension die einer 3600km langen Autofahrt einer vierköpfigen Familie pro Jahr entsprechen würde.

Doch was bedeutet eigentlich klima-gesunde Ernährung und was können wir tun um einer solchen gerecht zu werden?

Taste the season – kauft saisonal und regional

Was bei uns im Winter nicht wächst, wird entweder über lange Wege importiert oder im beheizten Gewächshaus angebaut –beides sorgt für Emissionen, die unserem Klima schaden. Denn durch Verbrauch von Treib- und Schmierstoffen trägt der Warentransport zu hohen Freisetzungen von Klimagasen bei, insbesondere von CO2. Dabei sind vor allem die Art des Transports aber auch die zurückzulegende Entfernung ausschlaggebend für die Menge an freigesetzten Gasen; beispielsweise entstehen so bei einem Flugtransport mehr Emissionen als bei einer LKW-Fahrt, noch weniger werden bei der Nutzung von Güterverkehr freigesetzt.

Ihr seid euch unsicher welches Obst und Gemüse aktuell Saison hat? Dann kann euch ein Saisonkalender helfen! Mit eurem regionalen Einkauf unterstützt ihr nicht nur den Bauern vor Ort, sondern bekommt auch reif geerntetes Obst und Gemüse mit reichlich Vitaminen on top  –win win!

 

Weniger ist mehr – vermeidet Verpackungsmüll

In Deutschland fällt immer mehr Verpackungsmüll an, inzwischen sind es knapp 19 Millionen Tonnen jährlich (Umweltbundesamt 2020). Dies ist kaum verwunderlich, so sind heute circa 93 % aller Lebensmittel verpackt. Insbesondere frisches Obst und Gemüse wird zunehmend in Verpackungsmaterial wie Pappschalen, Kunststofffolie- und netzen oder Plastikschalen angeboten. So viel Plastik ist nicht nur schädlich für unsere Umwelt, sondern vor allem auch der Prozess von Herstellung bis zur Entsorgung verursacht die klimaschädliche Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre. Laut Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung könnten somit die kunststoffbedingten Treibhausgasemissionen bis 2050 ein Ausmaß von über 56 Gigatonnen erreichen, eine Zahl die in etwa 10 bis 13 Prozent des gesamten verbleibenden Kohlenstoffbudgets entspricht um den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C zu halten.

Wir haben es mit in der Hand! Nehmt euch die eigene Brotzeit in einer Mehrwegdose mit an den Berg, wählt Thermoskanne statt Einwegbecher und versucht doch mal euer Obst und Gemüse unverpackt einzukaufen  – eine gute Möglichkeit bietet der Wochenmarkt in eurer Stadt!

 

„Mindestens haltbar bis“ heißt oft länger gut – rettet Lebensmittel

Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland ca. 75kg Lebensmittel weggeworfen–knapp die Hälfte davon ist prinzipiell noch genieß- und verwertbar. Laut dem Ernährungsreport BMEL entsteht der Großteil der Lebensmittelabfälle mit 52 Prozent (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten.
Das lässt sich vermeiden – macht’s mit Plan! Geht bewusst einkaufen und schreibt euch eine Liste: was braucht ihr wirklich? Schätzt eure Portionsgrößen realistisch ein oder konserviert übriggebliebene Lebensmittel. Tipp: Auf der Website der deutschen Verbraucherzentrale findet ihr Richtlinien an denen ihr euch orientieren könnt, ob eure Lebensmittel noch bekömmlich sind, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Ansonsten gilt, schauen, riechen, schmecken.

 

Sonntagsbraten statt Alltagsbraten – bevorzugt pflanzliche Lebensmittel

Wie hoch die Treibhausgasemissionen ausgehend von unserer Ernährung sind, hängt vor allem davon ab, welche Lebensmittel unseren Speiseplan bestimmen. Fast 70% der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen, auf Pflanzliche dagegen nur knapp ein Drittel. Insbesondere der Fleischkonsum trägt nicht nur zu hohen Emissionen, sondern auch zu einem beträchtlichen Flächenverbrauch bei. Somit werden etwa 60% des in Deutschland angebauten Getreides und 70% der Ölsaaten ausschließlich an Tiere verfüttert. Dazu addieren sich weitere 5 Millionen Hektar Agrarrohstoffe aus anderen Ländern, die Deutschland für Futtermittel oder für andere mit der Herstellung verbundene Prozesse benötigt. Dies führt häufig dazu, dass für die Landnutzung einzigartige Lebensräume zerstört werden.

Dies veranschaulicht gut, in welchem Ausmaß unser Hunger auf Fleisch und die damit verbundene Ressourcennutzung zum Ausstoß von klimaschädlichen Gasen und einer schwindenden Biodiversität beitragen.

Setzt auf pflanzliche Lebensmittel! Wie wäre es mit Gemüsesticks statt Snackwurst? Oder der vegetarischen Alternative bei der nächsten Hütteneinkehr? Das Angebot an pflanzlichen Alternativen ist so groß wie nie – und auch Hülsenfrüchte sind wahre Proteinwunder!

 

Keep it real – setzt auf frische Lebensmittel

Denn verarbeitete Lebensmittel werden vor dem Konsum oft gekühlt, getrocknet, mit anderen Produkten kombiniert, verpackt, vorgekocht oder gebraten und gefroren. All diese Prozesse setzen CO2-Emissionen frei. 

Beispielsweise verbrauchen Pommes durch ihre Verarbeitung extrem viel Energie: so werden beim Frittieren und Tiefkühlen 5,7 Kilogramm Co2-Äquivalente produziert und deutlich mehr Emissionen verursacht als es bei vorgesäubertem, frischem Obst und Gemüse der Fall wäre.
Macht’s natürlich! Bereitet eure Speisen selbst zu und verwendet dabei frische Lebensmittel – man weiß was drinsteckt und tut auch noch Gutes fürs Klima und sich selbst.

Wir hoffen euch damit einen guten Überblick über die Zusammenhänge von Klimaschutz und unserer Ernährungsweise zu geben und sind uns sicher, dass jeder von euch einigen unserer Tipps nachgehen kann, um sich aktiv gegen den Klimawandel einzusetzen und unsere geliebten Winter zu schützen  – protect what you love! 

 

Anna-Lena
Anna-Lena